Autografie

Autografie

Der Begriff Umdruck oder Autografie beschreibt Methoden, mit deren Hilfe Zeichnungen oder Drucke vom Papier auf den Lithografiestein übertragen werden. Zu den Umdruckverfahren gehört der Überdruck. Bei dieser Methode wird von einem kleineren Stein eine Zeichnung auf ein spezielles Umdruckpapier gedruckt. Anschließend wird diese auf einen zweiten, größeren Stein, zum Beispiel den Maschinenstein, übertragen. Dieser Vorgang wird dann so oft wiederholt, bis der wesentlich größere Maschinenstein in Abhängigkeit zu seiner jeweiligen Größe die höchstmögliche Anzahl an vorher übertragenen Zeichnungen ausweist.

Das Umdruckpapier muss hierbei mit einem wasserlöslichen Anstrich versehen sein, um eine trennende Schicht zwischen Zeichnung bzw. Druck und Papier zu bilden. Dann  wird es mit Wasser befeuchtet, auf den zweiten Stein positioniert und unter Druck darauf übertragen. Abermals muss nun das Papier mit Feuchtigkeit behandelt werden, damit es sich ohne Probleme abziehen lässt. Wenn dieser Vorgang gelingt, befindet sich die Zeichnung in allen Details auf dem zweiten Stein. Die Weiterbehandlung erfolgt wie bei einer normalen Lithografie.

Der Maschinenstein, der in der Steindruck-Schnellpresse verwendet wurde, enthielt in der Regel Lithografien, die mit dem  Umdruckverfahren hergestellt wurden. Beliebig viele Umdrucke oder Nutzen, also Kopien der Originallithografie, konnten angefertigt werden – je nach Auflagenhöhe wurde eine bestimmte Anzahl hergestellt.

Der Abklatsch oder Klatsch kam in der Chromolithografie zur Anwendung. Je nachdem, wie viele Farben später im Druck vorhanden sind,  wurde die gleiche Anzahl an Steinen benötigt, die mit den Konturen des Druckbilds zu versehen waren. Der Lithograf musste zuvor vom Originalbild eine Zeichnung aus feinen Linien anfertigen. Diese sollte die Umrisse und Farbunterschiede auszeigen, um als Vorzeichnung für die spätere Chromolithografie zu fungieren.  Ebenfalls wurde hierbei das Umdruckpapier verwendet. Jedoch war es wichtig, das Papier nur geringfügig mit Farbe zu versehen, um zu gewährleisten, dass die Konturen der Vorzeichnung später keine Druckfarbe annehmen.

Viele Künstler benutzten für ihre lithografischen Arbeiten das Umdruckpapier.  Neben Daumier und Toulouse-Lautrec bedienten sich auch Nolde, Barlach, Matisse und Kokoschka dieser Technik. Allerdings hatte dieses Verfahren einen leichten Qualitätsverlust im Druckbild zur Folge.

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