Zwischen 1796 und 1798 erfand Alois Senefelder die Technik des Steindrucks und gilt seitdem als dessen Urheber. Eigentlich war Senefelder Theaterschriftsteller. Als er für ein eigens geschriebenes Bühnenstück keinen Verlag für die Drucklegung gewinnen konnte, beschloss er, das Werk selbstständig zu edieren. Zudem mußte auf Grund von fehlenden Geldmitteln ein simples und günstiges Verfahren zur Vervielfältigung gefunden werden. Da im Theater alle Stoffe, die Senefelder für die Herstellung einer Lithografie benötigte, vorhanden waren, fing er an zu experimentieren. Vorerst glaubte er, in der Ätztechnik eine praktikable Methode entdeckt zu haben: er begann den Hintergrund der Druckvorlage für den Hochdruck zu ätzen. Allerdings gestaltete sich der Ätzaufwand in seinem Aufwand als untragbar. Schließlich stieß er auf die Abstoßreaktion von Fett und Wasser auf dem Stein: Der Flachdruck war geboren.
In Senefelders Lehrbuch der Steindruckerey wird detailliert das Verfahren dieser Technik ausgeführt, wie es kaum bei einer anderen technischen Erfindung geschehen ist. Der Autor beschreibt in seinem Werk die mühseligen, vielfach missglückten Versuche, die schließlich doch den Weg zu seiner Erfindung ebneten.Demnach konnte er im Jahr 1796 den ersten Erfolg verbuchen: Ihm glückte erstmals der mechanische Druck von einem Stein. Den ersten chemischen Druck realisierte Senefelder zwei Jahre später. Die gesamte Phase des Experimentierens und des Scheiterns dauerte sieben Jahren, bis der Forscher endlich einen Durchbruch erzielte. Seitdem wird er als Erfinder der Chemischen Druckerey bezeichnet, was auch der Name des neuen Verfahrens sein sollte. Bis Senefelder im Jahre 1836 starb, ward er nicht müde, seine Technik weiter zu entwickeln und voranzubringen. Zum einen versuchte er, von Metallplatten zu drucken, baute zum anderen eine Kofferpresse, die zum Transport geeignet war und verbesserte zudem die chemische Zusammensetzung von Lithografietusche und -kreide.