Bevor das Raster erfunden wurde, konnten sogenannte Halbtöne nur mit Hilfe von manuellen Techniken erzeugt werden. Die Lithografie bietet diesbezüglich folgende Möglichkeiten:
Federpunktiermanier
Bei der Federpunktiermanier setzt der Lithograf per Hand Punkt für Punkt mit Feder und Tusche auf den Stein.Wichtig hierbei ist der Tonwert der Vorlage; von diesem Wert hängen Punktdichte und -größe ab. Die bekannteste Technik in der Chromolithogafie heißt Berliner Manier.
Die Steingravur eignet sich allem voran für Visitenkarten, Briefköpfe und Wertpapiere, da mit dieser Technik eine feine Linienzeichnung ermöglicht wird. Der Lithograf verwendet hierzu einen graublauen Stein von höchster Qualität. Nach dem Schleifen und Polieren mit Kleesalz präsentiert der Stein eine spiegelglatte Oberfläche für das Anbringen von Zeichnungen. Dieses Ergebnis wird durch das giftige Salz, ein Kaliumbioxalat, erzielt, indem es sich mit dem Kalkstein verbindet. Das Material reagiert: Die Poren schließen sich und dem Bearbeiter bietet sich der Anblick einer perfekten Spiegels ohne Unebenheiten.
Schon 1812 übertrug der Franzose Niépce Negative von Fotos auf einen Lithografiestein. Gleichwohl musste der Künstler auf Grund mangelnder Optionen darauf verzichten, das fotografische Bild so aufzuschlüsseln, dass auch Halbtöne zu drucken wären. Die Möglichkeit hierzu ergab sich erst 1881 mit der Erfindung des Glasgravurrasters, als dessen Urheber Georg Meisenbach zu sehen ist.