In Frankreich wurde die aufkommende Drucktechnik seit 1803 auch mit dem Begriff Lithographie bezeichnet; zunächst erwies sich der Steindruck aber als eine Methode für Zwecke, die nicht rein künstlerischer Natur waren. Hierzu zählte zum Beispiel der Text- und Notendruck. Erst der Musikverleger Johann Anton André aus Offenbach am Main sorgte dafür, dass die Technik der Lithografie zur Reproduktion von Bildnissen und bildnerischen Darstellungen in der Kunst ihren Einzug fand. So konnte auch hier die Vervielfältigung von Kunstwerken, das Anfertigen von Kopien in hohen Auflagen also, durch die Wirtschaftlichkeit des Massendruckverfahrens mittels der Steinpresse bewerkstelligt werden.
Zwischen 1796 und 1798 erfand Alois Senefelder die Technik des Steindrucks und gilt seitdem als dessen Urheber. Eigentlich war Senefelder Theaterschriftsteller. Als er für ein eigens geschriebenes Bühnenstück keinen Verlag für die Drucklegung gewinnen konnte, beschloss er, das Werk selbstständig zu edieren. Zudem mußte auf Grund von fehlenden Geldmitteln ein simples und günstiges Verfahren zur Vervielfältigung gefunden werden. Da im Theater alle Stoffe, die Senefelder für die Herstellung einer Lithografie benötigte, vorhanden waren, fing er an zu experimentieren. Vorerst glaubte er, in der Ätztechnik eine praktikable Methode entdeckt zu haben: er begann den Hintergrund der Druckvorlage für den Hochdruck zu ätzen. Allerdings gestaltete sich der Ätzaufwand in seinem Aufwand als untragbar. Schließlich stieß er auf die Abstoßreaktion von Fett und Wasser auf dem Stein: Der Flachdruck war geboren.
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Der deutsch-französische Lithograf Engelmann erfand 1837 eine farbige Variante der Lithografie und gab ihr den Namen Chromolithografie. Diese Technik war hinter dem Lichtdruck die hochwertigste Methode, farbige Drucke zu erstellen. Gleichwohl war es eine zeitraubende Technik, die einen immensen Aufwand forderte. Denn das Bild, das gedruckt werden sollte, konnte in bis zu 25 Farben aufgeteilt werden. Für die Herstellung der Lithograpfie bedeutete dies, dass 25 Druckvorgänge absolviert werden mussten. Zuerst kamen dabei die helleren Farben gefolgt von der jeweils nächst dunkleren in den Druck. In der Qualität der Farben konnte sich die Lithografie nahezu dem Standard eines Ölbildes annähern.