Gegenwärtig unterscheiden sich laut DIN 16500 vier Hauptdruckverfahren. Sie werden als Hoch-, Tief, Durch- und Flachdruck bezeichnet. Die Druckform mit ihren druckenden Anteilen sowie den nichtdruckenden, die Verteilung dieser Partien also ist maßgeblich für die Namensgebung verantwortlich. Demzufolge lassen die erhabenen Stellen beim Hochdruck ihren Abdruck auf dem Abzug, hingegen erweisen sich die nichtdruckenden Partien als Vertiefungen.
Der Tiefdruck bedient sich nunmehr exakt der gegensätzlichen Technik. Eine Schablone, die einem Sieb ähnelt, kommt wiederum beim Durchdruck zum Einsatz. Die Druckform lässt an den zu druckenden Partien die Farbe hindurch, die nichtdruckenden indessen halten die Farbe zurück. Beim Flachdruck schließlich befinden sich die druckenden und die nichtdruckenden Anteile in derselben Ebene. Fett und Wasser – dieser chemische Gegensatz liegt dem Druckverfahren zu Grunde. Die druckenden Stellen nehmen die fettreiche Druckfarbe auf, da sie unbehandelt sind und so den Abdruck ermöglichen. Gleichsam sind die nichtdruckenden Stellen befeuchtet. Die fettreiche Druckfarbe kann durch diese Abstoßreaktion mit dem Wasserfilm nicht auf den Abzug gelangen.
Da die Zeichnung auf dem Stein nicht ohne Vorbereitung zum Druck kommen kann, müssen noch bestimmte Vorkehrungen getroffen werden. Zunächst muss ein chemischer Prozess, den der Lithograf und der Steindrucker Ätzen nennt, eingeleitet werden. Bei diesem Vorgang sollen die Eigenschaften der druckenden Partien, die gleichsam fettfreundlich sind, verstärkt werden. Hingegen sollen die nichtdruckenden Stellen des Steins fettabstoßend und wasseraufnahmefähig bleiben.
Die Mischung, die aufgetragen wird, die sogenannte Ätze besteht aus unterschiedlichen Anteilen von Salpetersäure, Gummi arabicum und Wasser. Diese Tinktur wird nun mit einem Schwamm auf die Steinoberfläche aufgetragen und muss einige Zeit einwirken. Durch das Ätzen wird, wie der Begriff zunächst vermuten lässt, nichts entfernt oder weggeätzt, lediglich werden durch diesen Vorgang die Druckeigenschafen des Steins optimiert. Auch kann der Prozess des Ätzens mehrmals wiederholt werden und gilt als abgeschlossen, wenn die ersten Probedrucke ohne jede Veränderung erfolgt sind.
Die Lithografie oder Lithographie (von altgriech.: λίθος lithos, „Stein“ und γράφειν graphein, „schreiben“) ist das älteste Flachdruckverfahren und gehörte im 19. Jahrhundert zu der am meisten angewendeten Drucktechnik für farbige Drucksachen. Mit Lithografie werden drei verschiedene Bereiche angesprochen:
Ein Lithograf fertigt demnach die Steinzeichnung an; er bringt auf einem Lithografiestein die Texte und Bilder an, manuell und seitenverkehrt, die dann im Druckverfahren vervielfältigt werden sollen.